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Stand: 04.07.2016

Delegiertenversammlung

Mehr Gleichstellung

Frauen sind immer noch benachteiligt

Am Rande der heute beginnenden Delegiertenversammlung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Bad Salzdetfurth drängt SkF Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus darauf, dass die Empfehlungen und Forderungen des zweiten Gleichstellungsberichts der von der Bundesregierung eingesetzten  Sachverständigenkommission umgesetzt werden.

"Männer und Frauen haben heute immer noch nicht die gleichen Verwirklichungschancen im Leben", so Dr. Anke Klaus, "so übernehmen Frauen eineinhalb Mal mehr unbezahlte Sorgearbeit wie Männer, das entspricht pro Tag im Durchschnitt 87 Minuten."  Tatsächlich arbeiten Männer häufiger in Vollzeit und Frauen häufiger in Teilzeit, um Zeit für Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen zu haben - was sich stark auf die Höhe der späteren Rentenzahlung auswirkt.

Die Sachverständigenkommission kommt zu dem Schluss, dass ungleiche Verwirklichungschancen zu einem wichtigen Teil auf Diskriminierungen, Gewalt, strukturelle Benachteiligung sowie gesellschaftliche Stereotypen zurückzuführen sind. Sie schlägt konkrete Maßnahmen wie den Ausbau der Kinderbetreuung und eine geschlechtergerechte Bewertung von Tätigkeiten sowie gleiches Entgelt für
Männer und Frauen vor. Der SkF fordert in diesen Punkten ebenfalls ein Umdenken.

Die Bundesregierung will die Empfehlungen der Sachverständigen intensiv diskutieren. Nach ihrer Auffassung sind wichtige Schritte für mehr Gleichstellung zum Beispiel die Aufwertung sozialer Berufe und die Schaffung weiterer Spielräume zugunsten von Familien für mehr Zeitsouveränität.

Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen  Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120  Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 36  Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind-Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22  Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.