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Stand: 04.07.2016

Pressemitteilung

Hoher Bedarf: Bremer warten monatelang auf Platz in Kurklinik

Aufgrund der hohen Nachfrage bundesweit müssen auch Bremerinnen und Bremer zum Teil bis November auf einen Platz in einer Kurklinik warten. „Ich bekomme täglich viele Anrufe von Menschen, die Beratungsbedarf haben“, sagt Claudia Kronsbein. Sie ist Mitarbeiterin beim Sozialdienst katholischer Frauen, der Beratungsstelle des Müttergenesungswerkes in Bremen. „Viele Bremer Mütter stehen unter Druck: Sie haben schulpflichtige Kinder und arbeiten nicht selten als Alleinerziehende in Vollzeit. Manche Kinder sind chronisch krank oder haben einen speziellen Förderbedarf, in einigen Fällen haben die Frauen zudem pflegebedürftige Angehörige. Die Folge sind Erschöpfung, Schlafstörungen, Burnout-Syndrom und Erkrankungen des Bewegungsapparates.“

Grundsätzlich wird der Antrag für eine Kur über den Hausarzt verordnet. Doch die Kassen lehnen etwa ein Drittel der Erstanträge ab. Claudia Kronsbein hilft gestressten Müttern und Vätern. Sie unterstützt bei der Auswahl einer passenden Klinik, beim Widerspruch im Fall einer Ablehnung und bei der Finanzierung von Kosten, die von der Kasse nicht übernommen werden. „Im vergangenen Jahr hätten viele Frauen ohne die Unterstützung des Müttergene- sungswerks nicht zur Kur fahren können“, so Claudia Kronsbein. „Zum einen müssen Teil-nehmende immer einen Eigenanteil leisten – auch Sozialhilfeempfänger. Zum anderen über-nehmen die Kassen manche Kosten vor Ort nicht: Schwimmbadnutzung, Teilnahme an Aus-flügen oder Fahrradverleih.“

Die finanzielle Unterstützung ist durch Spenden von Bremer Bürgern möglich. Die Sammlung findet jährlich rund um den Muttertag statt. Sie startet in diesem Jahr am 30. April und geht bis zum 15. Mai 2016. Für das Bremer Müttergenesungswerk sammeln in Bremen und Bremen-Nord engagierte Frauen in der Nachbarschaft Spende. Zudem kommt die Kollekte in den katholischen Kirchengemeinden der Gottesdienste am Muttertag erschöpften Müttern und Vätern zugute.

Schirmherrin ist in diesem Jahr zum ersten Mal Alexia Sieling, die Frau des Bürgermeisters. Sie sagt: „Als berufstätige Mutter von drei Kindern kenne ich die Herausforderungen im Alltag sehr gut und weiß, dass Frauen dem Druck der dauerhaften Mehrfachbelastung – oftmals als Alleinerziehende – ausgesetzt sind. Im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstütze ich daher die Arbeit des Müttergenesungswerks gern.“